Digitales Marketing: Die wichtigsten Learnings von der koks.digital 2017

Ende August hat in Bochum zum zweiten Mal die koks.digital stattgefunden. Das ist eine Konferenz zu digitalem Marketing – in zwei parallelen Sessions haben insgesamt 16 Experten Wissen und Erfahrungen geteilt. Für dich und dein Projekt war self-tenure dort am Start und jetzt gibt es eine Zusammenfassung der wichtigsten Learnings von der koks.digital 2017.

wichtigsten Learnings von der koks.digital 2017 werden schriftlich festgehalten
Die wichtigsten Learnings von der koks.digital 2017 werden natürlich schriftlich festgehalten. Der Aufkleber auf dem Namensschild ist aufgefallen, ein paar andere Teilnehmer dachten fälschlicherweise, das ist eine Sonderanfertigung 😉 )

Die neun wichtigsten Learnings von der koks.digital 2017

Emotionen sind Treibstoff

Positive Emotionen sind dafür verantwortlich, dass User mit euren Social-Media-Posts interagieren und dass Kunden bei euch kaufen. Also, ganz wichtig: Die Außendarstellung eurer Produkte muss positive Emotionen auslösen, damit das gut ankommt. Löse dich von rein informierenden Inhalten.

Mobile ist die Zukunft

Die Kombination aus der weiten Verbreitung von Smartphones und dem immer besser werdenden Netzausbau führt dazu, dass immer mehr Traffic mit mobilen Endgeräten erzeugt wird. Schon jetzt wird mehr als die Hälfte aller YouTube-Videos mit Smartphones oder Tablets abgespielt.

Derzeit informieren sich Nutzer häufig am Smartphone und kaufen dann später am Tablet oder Desktop-Rechner. Deine Website sollte darauf ausgerichtet sein und auch mit kleinen Bildschirmen gut aussehen.

Suchmaschinen Algorithmen berücksichtigen diese Entwicklung bereits: Websites, die zu langsam laden, werden schlechter gerankt: Die Geschwindigkeit deiner Seite ist ein SEO-Faktor.

Und jetzt hast du das berücksichtigt und deine Seite konvertiert auf mobilen Endgeräten immer noch schlechter? Dann musst du immer noch nicht verzweifeln: Viele Kunden informieren sich Tagsüber auf dem Smartphone, treffen die Kaufentscheidung und bestellen dann abends zu Hause am Tablet oder Computer.

Einfach Ausprobieren und dabei lernen – Kleinigkeiten können einen Unterschied machen

Das Internet ermöglicht dir viele potentielle Kunden zu erreichen. Gleichzeitig kannst du deine Inhalte einfach anpassen (Versuch mal in den Printmedien eine Anzeige anzupassen, nachdem sie veröffentlicht wurde 😉 ).

Du kannst deine Anzeigen so einfach an kleinen Gruppen testen, daraus lernen und dein neues wissen auf größere Gruppe anwenden. Deine Anzeigen werden also Teil eines iterativen Prozesses. Die Ausrede “Ich will noch was ändern, das ist noch nicht perfekt” zieht online nicht – sorry.

Hier sind zwei Beispiele, welche Kleinigkeiten eine große Auswirkung haben können:

  • In der Metadescription mit Emojis oder anderen Symbolen arbeiten
  • SSL-Verschlüsselung bei der Dateneingabe durch den Kunden explizit mit angeben

Neue Suchmaschinen bieten Chancen

Google und Facebook sind umkämpft, das führt zu höheren Kosten für Werbetreibende. Dabei gibt es Alternativen:

YouTube

YouTube ist mittlerweile die weltweit zweitgrößte Suchmaschine. Und da Videocontent wesentlich aufwendiger produziert werden muss, als Texte oder Fotos, ist dort die Schwelle höher – das hält die Konkurenz niedriger.

Nutzt die Möglichkeiten zur Videobeschreibung – hier könnt ihr dem (textbasierten) Algorithmus von YouTube mit auf den Weg geben, was in eurem  Video zu sehen ist. Dadurch wird eurer Video einem passenderen Publikum vorgeschlagen.

Google zeigt außerdem häufig Videos in den  Suchergebnissen an. Wenn das ein Video von euch ist, sticht auch gleich ein Vorschaubild eures Videos unter den Suchergebnissen hervor. YouTube-Videos bringen also auch Aufmerksambeit bei Google.

Bing

Gerade in Deutschland hat Google als Suchmaschine quasi ein Monopol. Deswegen tummeln sich bei anderen Suchmaschinen nicht so viele Werbekunden und dort ist die Konkurrenz kleiner. Das führt zu niedrigeren Werbekosten. Ganz besonders spannend ist das, da Siri ihre Suchanfragen über Bing laufen lässt. So gibt es bei Bing im Moment auch wieder Wachstum.

Facebook Ads kosten weniger, wenn sie beim User gut ankommen

Facebook möchte, dass die Nutzer glücklich und zufrieden sind. Das hat sich in deren Algorithmus niedergeschlagen: Wenn Beiträge gut ankommen, zeigt FB die Beiträge für gleiches Geld häufiger an. Du solltest also versuchen mit deinen Anzeigen ähnliche Mechanismen zu treffen, wie mit den Beiträgen, die auf organische Verbreitung abzielen.

FB misst die Beliebtheit der Posts dabei u. a. an Interaktionen, die du vermehrt mit Verlosungen oder Umfragen bekommst.

Chatbots sind der heiße Scheiß

Durch die steigende Bedeutung von mobilen Endgeräten sind Chatprogramme auch wieder am kommen (WhatsApp, FacebookMessenger etc.). Seit der Blüte von MSN und ICQ haben sich Chatbots stark weiter entwickelt. Deren KI machen Chatbots somit nicht nur für die automatisierte Bearbeitung von Kundenanfragen interessant. Chatbots haben das Potential, der Nachfolger von E-Mail-Marketing zu werden: noch nicht ausgelutscht, noch nicht umkämpft und interaktiver. Also heißer Scheiß!

Content muss Nutzen bringen

Auf Dauer dafür bezahlen, dass Nutzer deine Inhalte angezeigt bekommen? Das klingt nicht nur doof, sondern ist auch doof. Deswegen sollte schon dein Content den Nutzern einen Mehrwert bieten, der diese anzieht. Das können positive Emotionen sein (s.o.)  oder Information, die dem Nutzer weinen Mehrwert bringen.

Informationen und gute Analysetools gibt es auch kostenlos

Zum Beispiel gibt  es von Google eine Einführung zu Search Engine Optimization.

Das bei YouTube eingebaute Analysetool wird von vielen Leuten unterschätzt. Man kann sich sogar anzeigen lassen, wann Zuschauer das Video abbrechen, oder welche Stellen sie mehrfach anschauen. (Damit könnte man sogar herausfinden, an welchen Stellen Studierende bei Vorlesungen abgehängt werden: Wenn eine Stelle im Video mehrfach angeschaut wird ist passt dort das Tempo nicht.)

Kenne deine Zielgruppe

Eigentlich ist dieser Punkt klar. Du musst wissen, welches Problem du mit deinem Produkt löst und wer dieses Problem bisher hat.

Im Marketing schlägt sich das auch nieder: Wenn du deine Zielgruppe besser kennst, brauchst du Werbung nur denen zu zeigen, die ohnehin Interesse haben.

Dazu ist es auch wichtig, zu wissen, unter welchen Stichpunkten potentielle User oder Kunden am ehesten nach Informationen suchen: Kenne deine Keywords.

Den Punkt habe ich bisher immer sehr stiefmütterlich behandelt, schließlich kann man ja auch schon so anfangen und andere Dinge priorisieren. Aber das rächt sich irgendwann…

Zum Abschluss noch zwei Bonus-Punkte

Die wichtigsten drei Website-Schritte für Start-Ups

Axel Gönnemann wurde nach seinem Vortrag “SEO, Datenanalyse und Paid Advertising” nach den drei wichtigsten Schritten für Start-Ups gefragt. Seine Antwort:

  1. SEO-konforme Website aufbauen
  2. Tracking einrichten um zu sehen, wo Kunden herkommen
  3. gibt es nicht

Die Strategien klappen…

Beim Vortrag von Jan Stranghöner und Alexander Boecker über den systematischen Aufbau von derwesten.de musste ich schmunzeln. Deren Marketingstrategie hat mich auch schon von Facebook auf deren Seite geleitet. Und ich gehöre nicht mal zur Kernzielgruppe 😀

 

Ein ähnliches Thema kam hier im Blog schon früher auf.

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